Unzensiertes Netz mit JAP (JonDonym)

Wie in dem Artikel über Tor angekündigt, steht noch ein Artikel über JAP aus. Ursprünglich hiess das Projekt einmal Java Anon Proxy, da aber “Java” ein geschützter Name ist, darf es nicht mehr so genannt werden.

Wieso man Privatsphäre im Internet vielleicht haben möchte habe ich im letzten Artikel (zu Tor) ja schon erwähnt. JAP ist eine andere Lösung für dieses Problem.

JAP

Der Java Anon Proxy ist – welch Wunder – in Java geschrieben. Es ist eine sogenannte Mixkaskade, welche nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert wie onion routing (bei Tor). Theoretisch ist eine Mixkaskade besser. In der Praxis gibt es allerdings auch einige Nachteile. Dennoch ist es in meinen Augen eine gute Möglichkeit Internetzensur zu umgehen. Aus diesem Grund wurde JAP auch vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit schon 2001 im Rahmen des Projektes AN.ON gefördert (bis 2006). An der Entwicklung beteiligt waren: Technische Universität Dresden, Universität Regensburg und das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein. Ebenso wie Tor, steht JAP unter der freien BSD Lizenz.

JonDonym

Aus dem geförderten Projekt wurde die Firma JonDos GmbH gegründet (mit den federführenden Wissenschaftlern). Die Firma bietet nun auch gegen ein Nutzungsentgeld einige Vorteile an – schnellere Verbindungen, kein Up- und Download Limits und noch einiges mehr. Die Preise sind eher moderat (ab 5 EUR für 650 MB in sechs Monaten), zumal man nicht seinen kompletten Internetverkehr darüber leiten möchte.

Installation

Auch hier gibt es schon viele Anleitungen im Internet zu finden. Deswegen beschränke ich mich hier auch auf das allernotwendigste.

Kritik

In der Wikipedia ist hierzu folgendes zu finden:

Da der Verkehr über einen Mix erheblich ist, so dass nicht wie z. B. bei Tor bereits ein Breitbandanschluss ausreichend sein kann, stellt sich die Frage der Finanzierung des Mixbetriebs. Auf der einen Seite ermöglichen Sponsoren einige kostenlose Kaskaden. Diese sind aber oftmals stark ausgelastet, so dass dort die Geschwindigkeit dann unter ISDN-Niveau liegt.
Auf der anderen Seite kann man über den Kauf eines Volumentarifs kostenpflichtige Kaskaden nutzen, welche in der Regel deutlich höhere Geschwindigkeiten bieten. Zusätzlich ist hinter den kostenpflichtigen Kaskaden in der Regel ein SOCKS-Proxy (statt nur eines HTTP-Proxies) geschaltet, so dass darüber deutlich mehr Funktionen anonymisiert werden können als nur das Websurfen. Auch vom Standpunkt der Anonymität bieten sich dort einige Vorteile, da diese Kaskaden länger sind als die kostenlosen und international verteilte Mixe integrieren, so dass z. B. nationale Strafverfolgung dort ins Leere läuft.[4] Allerdings sind auf diesen Kaskaden deutlich weniger Nutzer aktiv, was den Anonymitätsgewinn wieder etwas schmälert, da die Anonymitätsgruppen klein sind. Die Abrechnung des verbrauchten Volumens geschieht über ein pseudonymes Einmalkonto. Der Erwerb des Kontos ist u. a. über vollständig anonyme Zahlungsverfahren, wie Paysafecard, möglich, so dass dem Betreiber keine persönlichen Informationen bekannt gegeben werden müssen.
Im Frühjahr 2010 kam es auf Grund des Bezahlmodells zu Streitigkeiten zwischen den Mixbetreibern, was dazu führte, dass einige Anbieter kostenloser Kaskaden ausgestiegen sind, u. a. die German Privacy Foundation.[5][6] Da der mit Abstand größte Teil des über JonDo abgewickelten Verkehrs trotz Bezahlmodells auf die kostenlosen Kaskaden entfällt, arbeitet das Projekt nicht kostendeckend. Um die Einnahmen zu erhöhen, wurde die Nutzung der kostenlosen Kaskaden u. a. durch Absenkung der dort maximal möglichen Geschwindigkeit von 100 kbit / s auf 30 bis 40 kbit / s weniger attraktiv gegenüber den kostenpflichtigen Kaskaden gemacht. Bei derartig niedrigen Geschwindigkeiten sahen einige Anbieter kostenloser Mixe aber keine sinnvolle Nutzungsmöglichkeit mehr gegeben und haben ihr Engagement für JonDo deshalb beendet.

Ebenso interessant ist auch der Abschnitt Strafverfolgung…

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