Tag Archives: Gedanken

Lesenswerter Post zur Zentralisierung von Diensten

Moxie Marlinspike hat ein paar schöne Gedanken im Open Whisper Systems Blog zu Papier gebracht über die De-/Zentralisierung von Protokollen und Diensten. Wenn ihr ein paar Minuten Zeit habt – uneingeschränkte Leseempfehlung.

Reflections: The ecosystem is moving

[Festivalbericht] Summer Breeze 2014 – mehr breeze denn summer

Mehr breeze denn summer

Wir berichten hier ja durchaus öfter über die deutschen Sommer-Festivals – heute unser erster ausführlicher Bericht über das Summer Breeze Open Air in Dinkelsbühl (über das wir auch schon häufiger berichtet haben). Das (17.) SBOA fand dieses Jahr vom 13.-16. August auf 115 Hektar statt.

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Veränderte Einlasskontrollen beim Wacken Open Air

Mit den frisch erschienenen Plänen für das 25. Wacken Open Air kamen jetzt auch Neuigkeiten zu den bereits angekündigten Veränderungen bzgl. der Einlasskontrollen. Hierzu ein Zitat aus dem eben verlinkten Newsbeitrag des Festivals:

Das Wechseln zwischen Bullhead City Area, Biergarten, Wackinger Village, Metal-Markt und Infield hat aufgrund der Einlasskontrollen zum Infield bisher immer viel Zeit in Anspruch genommen.
Um Euch die Wege zu Vereinfachen und Zeit zu sparen, werden wir in diesem Jahr die Einlasskontrollen vorziehen. Diese finden nun beim Eingang zum Wackinger/BHC im Norden und neben dem Metalmarkt statt.
Dadurch ermöglichen wir, dass Wacken Plaza, Wacken Center, BHC Area und Infiled zu “einer großen Eventfläche” verschmelzen. Innerhalb dieser Fläche könnt ihr Euch dann ohne weitere Kontrollen bewegen.
Die Ein- und Ausgänge zum Infield (auch an der Partystage) bleiben. Hier findet allerdings kein Sicherheitscheck mehr statt, sondern nur noch eine Bandsichtung.
Dadurch erhoffen wir uns für Euch schnellere, kürzere Wege und viel Zeitersparnis.

Meiner Meinung nach ist das alles andere als toll – im Gegenteil. Durch die vorgezogenen Kontrollen, gemeinsam mit den Verschärfungen bei den Einlasskontrollen (es dürfen nur noch die Wacken PET Becher und der Trinksack aus dem Full Metal Bag mitgenommen werden), bedeutet das ein gehörigen Nachteil für alle die es gewohnt waren im Wackinger zu Essen. Nicht selten hatte man dazu seine eigene Wasser Flasche oder aber Bier dabei. Damit ist nun also Schluss. Ein Schelm wer böses dabei denkt! Wer hier häufiger liest, weiß dass ich keiner bin der immer auf Kommerzialisierung schimpft, aber das geht mir schon etwas zu weit…

Rockharz – Ausverkauft und hat Umfrage zum Crowdsurfing

Das Rockharz Festival ist mittlerweile ausverkauft – zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals! Das bestätigt meinen gefühlten Trend darin, dass Festivals immer beliebter werden.

Aber noch eine interessante Sache haben die Rockharz News zu vermelden. Bereits seit einem knappen Monat läuft auf deren Seite ein Umfrage zum Thema Crowdsurfing. Bislang wurden knapp 4000 Stimmen abgegeben und die Umfrage ist noch offen. Ich finde die Umfrage deswegen interessant, da das Rockharz noch nicht ein so “durchmischtes” Publikum hat wie die größeren Festivals. Somit auch die Umfrage in meinen Augen aussagekräftiger ist.

Fotostudios können dicht machen – Amazon patentiert “Studio Arrangement”(s)

Wie der Blog DIY Photography festgestellt hat, wurde Amazon ein Patent bewilligt, welches mehrere typische Studio-settings vieler Fotografen beschreibt. Das Patent wurde schon 2011 eingereicht und am 18. März 2014 nun angenommen.

Immer wieder schön, was vom US Patentamt so alles angenommen und bewilligt wird an Patenten…

Hier der Abstract des Patentes

Disclosed are various embodiments of a studio arrangement and a method of capturing images and/or video. One embodiment of the disclosure includes a front light source aimed at a background, an image capture position located between the background and the front light source, an elevated platform positioned between the image capture position and the background, and at least one rear light source positioned between the elevated platform and the background. A subject can be photographed and/or filmed on the elevated platform to achieve a desired effect of a substantially seamless background where a rear edge of the elevated platform is imperceptible to an image capture device positioned at the image capture position.

Und noch zwei Bilder daraus
amazon-studioArrangement2
amazon-studioArrangement1

Schlechte Bezahlung im Gastronomiegewerbe kostet den Staat Milliarden

Wie die Zeit berichtet, musste der Staat allein 2011 rund 1,5 Milliarden EUR Hartz IV Aufstockmittel bereitstellen für Kellner, Baarkeeper und Köche im Gastronomiegewerbe. Sie berufen sich dabei auf eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Hieraus ein Zitat

Schlechte Bezahlung ist im Gastgewerbe sehr weit verbreitet: Von den Beschäftigten in der Gastronomie verdienten 2010 mehr als drei Viertel ein Gehalt unter der Niedriglohnschwelle von 9,15 Euro pro Stunde. Im Bereich Beherbergung waren es knapp 65, im Catering 62 Prozent.

Ein möglicher Grund dafür sehe ich darin, dass Kellnern schon seit jeher ein beliebter Job während Schule und Studium ist – ich würde aus Bauchgefühl sagen, sogar der am meisten ausgeübte Langzeit-Nebenjob bei Studenten und Schülern. Das verschlechtert automatisch die Bezahlung im Gewerbe. Simples Angebot und Nachfrage. Das Berufsfelder die ohne Ausbildung ausübbar sind darunter am stärksten leiden ist selbstverständlich.

Zensur in Ungarn

Die Gesetze in Ungarn werden auch immer bedrohlicher. Bedenklich was “direkt” vor unserer Haustüre passiert. Schön, dass man die Privatsphäre der einzelnen schützen möchte, aber das ist definitiv der falsche Weg.

Wie heise Foto letzte Woche berichtet hat:

Privatpersonen dürfen in Ungarn nicht mehr ohne deren Einwilligung fotografiert werden. Dies gilt auch für Fotos, die nicht veröffentlicht werden.

Wie soll man da dann noch Bauwerke oder Architektur oder öffentliches Geschehen fotografieren? Budapest ist ja immerhin Weltkulturerbe. Von Street Fotografie will ich gar nicht anfangen. Aber bei wie vielen Bildern ist eine Person “Beiwerk” – sprich zufällig abgebildet und nicht Bildmittelpunkt. Werden jetzt alle Touristen per se unter Strafandrohung gestellt?

Zum Hintergrund:
Im Radio wird ein Aufruf zum Besuch des Staatstheaters zensiert, und zum Mediengesetz bereits vor vier Jahren beim Metronaut und der verwiesene Artikel in der Zeit dazu.

Microsoft OneNote 2013 kostenlos runterladen

Seit dieser Woche ist Microsoft OneNote auch für den Mac OS X erschienen und mit dieser Ankündigung wurde es auch zum freien Download für eine Vielzahl von Plattformen angeboten: Windows, Android, iOS, Mac. Die Apps waren ja schon längere Zeit kostenlos, die “richtige” Windows Version allerdings nicht (im Gegensatz zur Windows 8 App im Windows Store). Zahlende Kunden, die OneNote im Paket mit Office 365 gekauft haben bekommen einige Premium-Features obendrauf wie Outlook-Integration.

Microsoft hat die Integration von OneNote in ihre Cloud OneDrive vorangetrieben und dürfte mit der freien Verfügbarkeit die Konkurrenz zu Evernote nochmal neu beheizen. Durch die enge Cloud Integration existiert auch eine REST API mit welcher Entwickler Services für OneNote anbieten können. Aktuell gibt es auch schon einige wie IFTTT oder Schnittstellen zu Brother und Epson Geräten.

Schön wäre nur noch, dass die anderen Plattformen auch noch über die selbe Handschrifterkennung verfügen wie die Version für Windows… Ich vermute allerdings, dass dies nicht der Fall sein wird so schnell, denn aktuell ist man auch ein Windows-Tablet festgelegt, wenn man die geniale Schrifterkennung nutzen möchte. Und das ist – zumindest für mich – DAS Feature für ein Tablet.

Update 31. März 2014
Vielleicht besteht ja doch eine Chance auf die Schrifterkennung. Ein Artikel bei TechCrunch beschreibt Microsofts Strategie in Richtung kostenlos und spekuliert auch über eine kostenlose Windows 8.1 Version.

Kinderporno-Keule für Vorratsdatenspeicherung

Debatte im Deutschen Bundestag zur Vorratsdatenspeicherung:

[Es gibt in Deutschland] “kein Grundrecht fürs Ansehen von Kinderpornographie”

Laut heise online hat dies der CDU-Abgeordnete Patrick Sensburg während einer Debatte um die Vorratsdatenspeicherung gesagt.

Das ist doch wieder typisch – aber (gefühlt) schon lange nicht mehr gehört: alle die gegen Vorratsdatenspeicherung sind, konsumieren Kinderpornos oder helfen damit Personen, die diese Straftat begehen. Oder auch: ohne VDS hätte wir diesen Mord nicht aufklären köennen. Auch hierzu gab es schon sehr häufig gegenteilige Bemerkungen und ich meine auch zu dem angesprochenen Fall aus Augsburg etwas gelesen zu haben. Am Fall Beteiligte haben meine ich erwähnt, dass sie diesen auch ohne das Instrument der Speicherung aller Kommunikationsdaten erfolgreich hätten lösen können.

Bleibt: mir fehlt immer noch ein einziger “Beweis” dafür, dass VDS die Aufgabe der Anonymität aller es Wert ist – indem sie ein nicht durch andere Ermittlungswerkzeuge ersetzbares Mittel ist. Noch mehr Zweifel hege ich an der Existenz eines Beweises, dass VDS etwas im Kampf gegen Kinderpornos bringt. Wenn wir damit Vorratsdatenspeicherung einführen, sind wir kein Deut besser als Erdogan, der ja auch erst Internetzensur eingeführt hat um die türkische Jugend vor Sittenverfall zu schützen.

Weniger ist mehr – 37signals konzentriert sich auf Basecamp

Könnte bestimmt einigen Firmen nicht schaden, sich auf eine Sache zu konzentrieren und dass dann richtig machen. Die US-Softwareschmiede 37signals bennent sich wie ihr gefragtestes Produkt – Basecamp (beliebtes Projektmanagement-Tool mit etwa 15 Millionen Nutzern) – und stellt die Entwicklung aller anderer Produkte zugunsten Basecamp ein. Analogien zum iPhone und Apple, aber auch Blackberry sind vorhanden. Ein großer Vorteil des iPhones war mit Sicherheit, dass es keine tausend verschiedenen Versionen und Modelle gab. Und Research in Motion hat sich ebenso vor kurzem einen bekannteren Namen gegeben…

Lesenswerter Artikel zu 37signals, Basecamp und der Management-Strategie “weniger ist mehr” gestern im Harvard Business managerStrategie – weniger ist mehr:

Eine amerikanische Softwarefirma wagt einen radikalen Strategieschwenk: Statt Wachstum durch Diversifikation heißt die Devise Konzentration auf ein Kernprodukt. Ein Schritt, der Beachtung verdient, meint Berater Ron Ashkenas.